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Professionelles Recruitment in der Pharmabranche erfordert nicht erst seit der Corona-Krise vielseitiges Know-how, dynamische Strategien und Fingerspitzengefühl. Im Gespräch mit Santa de Gentile, Teamlead Candidate Management, und Heiko Linser, Head of Recruitment bei Ashfield, gewannen wir spannende Insights über den Wandel am Arbeitsmarkt, Anforderungen und Fertigkeiten der „Generation Z“, den Corona Impact und den Einfluss der aktuellen Digitalisierungs-Dynamik.

Vor welchen Herausforderungen – vor, während und nach Corona – steht das Recruitment?

Santa de Gentile (SdG): Wir hatten es bis zum Frühjahr mit einem echten Bewerbermarkt zu tun: Qualifizierte KandidatInnen konnten aus einer vergleichsweise großen Auswahl offener Stellen wählen. Die Corona-Krise hat jedoch auf nahezu allen Karriere-Levels zu großer Verunsicherung geführt. Die Bereitschaft zum Jobwechsel sank, das haben wir selbst in einem zeitweise starken Rückgang der eingehenden Bewerbungen im April zu spüren bekommen. Doch schon im Mai stiegen die Zahlen wieder.

Heiko Linser (HL): Auch aufseiten der Arbeitgeber herrschte zunächst Zurückhaltung bei Neueinstellungen. Wir sehen, dass sich die Branche langsam erholt, doch nach wie vor bleibt ja ungewiss, wie sich die Pandemie in den kommenden Monaten entwickelt. Dass wir trotz allem mit Bavarian Nordic und Berlin Chemie zwei größere Projekte gewinnen konnten, freut uns daher umso mehr – und daraufhin haben sich gezielt neue Kandidaten bei uns beworben. Wir blicken optimistisch in die Zukunft.

SdG: Die erforderlichen Umstellungen nach Beschluss des bundesweiten Lockdowns konnten wir ohne größere Reibungsverluste stemmen, weil wir unsere Recruiting-Prozesse ohnehin bereits umfänglich auf Remote-Working ausgelegt hatten. Dafür haben wir sehr viel positives Feedback bekommen von unseren BewerberInnen – unsere Zuverlässigkeit und die nahtlos weitergeführte Betreuung haben ihnen viel Sicherheit gegeben. Überhaupt haben wir festgestellt, dass wir nun noch intensivere, persönlichere Kandidatengespräche führen: Candidate Relations! Zwischenmenschliche Nähe spielt auch digital vermittelt im Zoom-Interview oder am Telefon eine große Rolle.

Wie richten Sie das Ashfield Bewerbermanagement auf die neuen Anforderungen aus?

HL: Aus den Kandidatengesprächen und Marktanalysen wissen wir, worauf es den Leuten ankommt. Das gilt es dann, in Balance mit den Erwartungen unserer Kunden zu bringen. Schlagworte wie Work-Life-Balance begleiten uns schon lange – hier bietet gerade der Pharmamarkt viel mehr Möglichkeiten, als vielen bewusst ist.

SdG: Des Weiteren lösen wir uns zunehmend von einigen tradierten Bewerbungselementen. Wir verlangen kein Motivationsschreiben mehr und stellen unseren Kandidaten einen Muster-Lebenslauf zum Download bereit. Viel wichtiger als alles andere ist uns der direkte Draht zu den potenziellen KandidatInnen – wenn möglich melden wir uns sogar tagesaktuell nach Eingang der Unterlagen zurück und führen Vorstellungsgespräche auf allen medial denkbaren Wegen.

HL: Wir positionieren uns als Sparrings-Partner – gerade bei Fragen rund um Paragraf §75 AMG nehmen viele die beratende Unterstützung unserer Spezialisten in Anspruch. Das positive Feedback, das wir von allen Seiten bekommen, bestärkt uns dabei enorm.

Haben speziell jüngere, digital affine BewerberInnen nun also die besseren Karten?

HL: Wir haben in den vergangenen Monaten auf beeindruckende Art und Weise miterlebt, wie schnell sich nahezu alle Player der Branche aus ihren eigenen Komfortzonen heraus gewagt haben. Der sichere Umgang mit digitalen Kommunikationskanälen gehört jetzt zu den Standard-Fähigkeiten in nahezu allen Stellenprofilen. Das geht manchen Young Professionals vielleicht leichter von der Hand, ist aber kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

SdG: Den Bewerbungs- und Recruitment-Prozess so smart, mobil und schlank wie möglich zu gestalten, ist unser kontinuierliches Ziel. Darüber hinaus entwickeln sich aber auch die zu besetzenden Positionen aktuell sehr dynamisch weiter: Etwa die Position des Hybrid-Rep gewinnt immer stärker an Sichtbarkeit und Bedeutung – ein Multi-Channel-Kommunikator, der mit dem ausgedienten Klischee des „Klinkenputzers“ nichts mehr gemein hat.

Sind Sie interessiert an weiteren Einblicken in die Arbeitswelt bei Ashfield Healthcare? Besuchen Sie unsere Karriereseite und diskutieren Sie mit uns auf Xing oder LinkedIn.

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