Skip to content

Experten auf der ganzen Welt arbeiten aktuell mit Hochdruck an der Bekämpfung des Corona-Virus. Selten zuvor konzentrierte sich das Interesse der Öffentlichkeit derartig intensiv auf den aktuellen Stand der Forschung. Doch was genau sind Viren? Wie unterscheiden sie sich von Bakterien? Und welche Erfolge verzeichnet die Pharmazeutische Industrie?

Direkt zu Beginn eine kurze Entwirrung der Begrifflichkeiten: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt die aus China stammende und in Europa im Februar 2020 erstmals auftretende Lungenerkrankung, die durch ein Corona-Virus verursacht wird, Covid-19 (abgekürzt für: Corona Virus Disease 2019). Das Erregervirus erhielt einen eigenen Namen, Sars-CoV-2. Der Namensgeber des Erregers ist die Corona-Virus-Studiengruppe des Internationalen Komitees zur Taxonomie von Viren. Das Komitee bezieht sich damit auf die sehr enge Verwandtschaft zum Sars-Virus (Sars-CoV), an dem 2002/2003 Hunderte Menschen gestorben waren.

Das Wort „Virus“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Gift bzw. Giftstoff. Es bezeichnet filtrierbare Erreger von Erkrankungen, zu denen sowohl sehr alte Krankheitsbilder der Menschheitsgeschichte gehören als auch solche, die erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt wurden. Schon etwa 1550 v. Chr. wird in ägyptischen Handschriften das Trachom erwähnt, über die Pocken liegen chinesische Berichte aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. vor. Erstmals 1920 hingegen wurde die durch Coxsackieviren verursachte Herpangina beschrieben.

Viren sind Krankheitserreger. Sie bestehen aus spezifischem Erbgut, umgeben von einer Eiweißhülle. Sie leben in Zellen sämtlicher Organismen und stellen dabei den Stoffwechsel der Wirtszelle so um, dass diese nunmehr fast ausschließlich Virusbestandteile produziert. Viren sind wesentlich kleiner als Bakterien – so können sie beispielsweise ungehindert durch die sehr feinen Poren eines Bakterienfilters hindurchtreten und sogar unter dem Mikroskop unsichtbar bleiben. Sichtbar machen lassen sich viele Viren erst, indem ein wesentlich stärker vergrößerndes Elektronen-Mikroskop benutzt wird. Auch kann man Viren nicht auf einem künstlichen Nährboden züchten, sondern ausschließlich auf lebendem Gewebe.

Aus diesen unterschiedlichen Eigenschaften ergeben sich auch gänzlich andere Therapieansätze zur Bekämpfung von Viren: Anders als Bakterien, sprechen Viren in der Regel nicht auf Zytostatika oder Antibiotika an. Ansatzpunkte ergeben sich jedoch bei durch das Virus-Genom kodierten Enzymen, welche das Virus benötigt, um die Wirtszellen zu infiltrieren (Wirkprinzip I), sich massenhaft zu vermehren (II) oder infektiöse neue Viruspartikel final zusammenzusetzen (III).

So genannte Non Nucleoside Reverse Transcriptase Inhibitors (NNRTI) folgen dem Wirkprinzip II – ein weithin bekannter Vertreter dieser Klasse ist das HIV-Medikament Efavirenz (Sustiva®). Spektakuläre Erfolge verzeichnet die Forschung in den letzten Jahren zudem im Indikationsgebiet Hepatitis: Sofosbuvir (Sovaldi®) hemmt das RNA-abhängige Enzym NS5B-Polymerase, welches eine wichtige Rolle bei der Vermehrung des Hepatitis-C-Virus spielt. Hier konnten Heilungsraten von über 90 Prozent erzielt werden – als Kombinationspräparat Epclusa® liegen die Raten sogar noch höher. Auf dem Wirkprinzip III basiert der Grippe-Wirkstoff Tamiflu®, welcher verhindert, dass sich neue Viruspartikel von der Zelloberfläche lösen können.

Trotz zahlreicher, vielsprechender Ansätze bleibt die klinische Entwicklung neuer antiviraler Therapien eine enorm große Herausforderung, sowohl molekularbiologisch als auch pharmazeutisch. Seit langen Jahren begleitet und unterstützt Ashfield namhafte Pharmaunternehmen vor, während und nach Markteintritt und bereitet innovativen Produkten den Weg – u.a. mit spezialisierten Außendienstteams, Medical Science Liaison oder Patientenunterstützungsprogrammen. Bleiben Sie auf dem Laufenden über aktuelle Projekte und Neuerungen aus der Forschung und diskutieren Sie mit uns bei Xing oder LinkedIn

Kontakt